Hohe Nachfrage nach Lkw- und Bus-Führerscheinen hält an

Hohe Nachfrage nach Fahrerlaubnissen in den gewerblichen Klassen für Lkw und Busse. Durchfallquoten bleiben bei Lkw-Prüfungen weitgehend stabil und liegen deutlich unter den Pkw-Quoten. Bedenklicher Anstieg bei den Bus-Prüfungen.

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Berlin, 3. April 2025 – Die Nachfrage nach Fahrerlaubnissen für Berufskraftfahrer:innen in den Klassen C für Lkw und D für Busse bleibt hoch. Laut aktuellen Daten des TÜV-Verbands, basierend auf Erhebungen der „TÜV | DEKRA arge tp 21“, sind im Jahr 2024 bundesweit 119.945 theoretische Prüfungen für die C-Klassen (C1/C1E/C/CE) abgelegt worden – ein leichter Rückgang um etwa 2.200 Prüfungen (1,8 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der praktischen Prüfungen lag bei 119.040, was einem Rückgang von rund 2.000 Prüfungen (1,7 Prozent) entspricht. Der Trend ist allerdings positiv: Seit dem Jahr 2015 ist die Zahl der praktischen Prüfungen um 37 Prozent gestiegen. „Berufskraftfahrer sind essenziell für die Versorgungssicherheit und gewährleisten in der Personenbeförderung, dass Menschen mobil sein können“, sagt Richard Goebelt, Fachbereichsleiter Fahrzeug und Mobilität beim TÜV-Verband. „Die stabil hohen Prüfungszahlen zeigen, dass viele junge Menschen weiterhin diesen Berufsweg einschlagen wollen. Besonders der Anstieg bei den Bus-Führerscheinen ist ein positives Signal für den öffentlichen Verkehr.“

Bei den Lkw-Führerschein-Prüfungen scheitert nur jeder Siebte

Die Nichtbestehensquoten in den Lkw-Klassen bleiben auf einem niedrigen Niveau: Sowohl in der theoretischen als auch in der praktischen Prüfung scheitern lediglich jeweils 15 Prozent. Im Jahr 2023 waren es in der Theorie 16 Prozent und in der Praxis 14 Prozent. Im Vergleich dazu sind die Durchfallquoten bei Pkw-Führerscheinen (Klasse B) deutlich höher: 2024 scheiterten 45 Prozent der Prüflinge an der Theorieprüfung und 37 Prozent an der praktischen Prüfung. „Die hohen Bestehensquoten bei Lkw- und Bus-Führerscheinen unterstreichen die Professionalität der Bewerberinnen und Bewerber. Sie bereiten sich gezielt und mit großem Engagement auf ihre Prüfungen vor“, sagt Goebelt. „Das zeigt, dass Berufskraftfahrerinnen und -fahrer mit hohem Verantwortungsbewusstsein in ihren Beruf starten.“

Hohe Nachfrage nach Bus-Führerscheinen

Die Anzahl der Prüfungen in den Bus-Führerscheinklassen D1/D1E/D/DE hat im Jahr 2024 deutlich zugenommen. Insgesamt wurden 15.768 theoretische Prüfungen abgelegt – ein Anstieg von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (2023: 13.113). Betrachtet man die letzten zehn Jahre, so hat sich die Zahl der Theorieprüfungen in den D-Klassen um 56 Prozent erhöht. Im Jahr 2024 verzeichneten die technischen Prüfstellen 18.804 praktische Prüfungen, ein Anstieg um 21 Prozent im Vergleich zu 2023 (15.484). Im Vergleich zu 2015 ist die Zahl der praktischen Prüfungen um 52 Prozent gestiegen. „Die steigenden Prüfungszahlen in der Personenbeförderung sind ein deutliches Zeichen für den weiterhin hohen Bedarf an qualifizierten Fahrkräften und sind im Hinblick auf die wachsende Bedeutung des öffentlichen Personennahverkehrs sehr erfreulich“, sagt Goebelt. „Um den steigenden Anforderungen an Verfügbarkeit, Effizienz und Qualität des ÖPNV gerecht zu werden, ist es entscheidend, auch in Zukunft noch mehr Menschen für den Beruf des Busfahrers zu gewinnen.“

In den Bus-Klassen scheiterte jeder fünfte Prüfling (20 Prozent). Die Durchfallquote in der Theorie blieb stabil bei 19 Prozent, während sie in der praktischen Prüfung erneut leicht auf 22 Prozent anstieg (2023: 21 Prozent). Seit 2015 ist die Quote der nicht bestandenen theoretischen Prüfungen für Busfahrerinnen und Busfahrer von 15 Prozent auf 19 Prozent gestiegen. Bei der praktischen Prüfung erhöhte sich die Durchfallquote seit 2015 von 14 auf 22 Prozent. Goebelt: „Busfahrer tragen eine hohe Verantwortung für die Sicherheit anderer. Zwar besteht die Mehrheit der Anwärter die theoretische Prüfung, doch die steigende Nichtbestehensquote zeigt Handlungsbedarf. Dieser Trend muss gestoppt und die Vorbereitung auf die Prüfung weiter verbessert werden.“

Die Führerscheinklassen für Berufskraftfahrer

Die Fahrerlaubnisklasse C berechtigt zum Fahren von schweren Lkw mit einem Gesamtgewicht mehr als 7,5 Tonnen. Die Klasse C1 berechtigt zum Fahren von Nutzfahrzeugen mit einem Gesamtgewicht von 3,5 bis 7,5 Tonnen. Die Erweiterungen CE und C1E ermöglichen das Fahren von Lkw in Kombination mit Anhängern. Die Führerscheinklasse D1 berechtigt zum Fahren von Fahrzeugen für den Personentransport mit bis zu 16 Sitzplätzen, die Klasse D beinhaltet Busse mit mehr als 16 Sitzplätzen. Die Erweiterungen D1E und DE erlauben das Fahren von Fahrzeugen mit Anhängern.

Weitere Informationen zur Fahrerlaubnisstatistik 2024 

Methodik-Hinweis: Den Datenreport zu den Fahrerlaubnisprüfungen 2024 erhebt die TÜV | DEKRA arge tp 21 GmbH zum Stichtag 31.01.2025. Die vom Kraftfahrtbundesamt (KBA) veröffentlichten Daten zum Fahrerlaubniswesen können im aktuellen Jahr wegen Nachmeldungen leicht abweichen.